Das Drehbuch von „Nur keine Angst“ hatte ich im Sommerurlaub 1986 innerhalb von ein paar Tagen geschrieben, weil ich mal wieder Bock hatte einen Film zu drehen.

Es sollte eine Komödie werden. Der ganze ernste Scheiß (mit „Anspruch“) den ich vorher gemacht hatte ging mir einfach auf den Sack. Also fragte ich ein paar Freunde und Bekannte, ob sie Zeit und Lust hätten, sich die nächsten Wochenenden um die Ohren zu hauen. Sie hatten. Also fingen wir irgendwann im Oktober 1986 an, auf VHS-Video zu drehen.

Wir brauchten etwa 20 Drehtage. 

Die Story
Der arbeitsscheue Backy hat sich wieder mal total verschuldet. Seine Mitbewohnerin Sandra kann ihm bei seinen Problemen mit Ulli, dem Gläubiger, leider auch nicht helfen. Doch die Frist läuft ab. Als Ulli's Gorillas ihn mit durchschlagenden Argumenten überzeugen das Geld innerhalb von 24 Stunden zurückzuzahlen, wendet sich Backy an Bodo, dem anerkannten Künstler der Stadt, und bittet ihn um Hilfe...


Der Film, den ihr hier sehen könnt, ist nicht der Original-Cut sondern ein neuer Schnitt. 
Der „New Cut” entstand aus der Not heraus. Wir hatten damals analog gedreht. Natürlich erfolgte auch der Schnitt analog. Von Videorekorder zu Videorekorder. Als ich mir nach Jahren den Film wieder anschauen wollte, war das letzte Band, das ich davon hatte, fast nicht mehr zu gebrauchen. Es war verrauscht, hatte Störstreifen auf fast dem ganzen Film und einen unschönen Farbversatz.
Da ich mittlerweile über einen digitalen Schnittplatz verfüge, bot es sich natürlich an, das alte Schätzchen noch einmal zu bearbeiten. Leider war auch das Originalband in keinem guten Zustand. Zwar hatte es keine Bandfehler, aber das Rauschen und der Farbversatz hatten deutlich zugenommen. Allen, die alte VHS-Aufnahmen kennen, sage ich damit nichts Neues.  
Da wir beim Drehen damals aufgrund von falschem Weißabgleich oder schlechter Beleuchtung auch noch zusätzlich blau- oder rotstichige Bilder hatten, beschloss ich, den neuen Film in Schwarz-Weiß zu schneiden. 

Viel Spaß


Cast

Backy 
Martin Backhaus
Sandra 
Sandra Kubat
Bodo    
Bodo Melenk
Ulli 
Ulli Bode
Ullis Gorillas
Frank Weigel, Erdmann Helling
Kunsthändler 
Erdmann Helling
 Bodos Helfer
Lutz Jakob, Carsten Scherff
Jojo 
Sigrid Helling
Nachbar 
Erdmann Helling
Nachbarin 
Gunhild Altmann
sowie 
Kisten, Frauke, Annette, Petra, Ulrike, Sandra, Susanne, Bianka, Anke, Christiane, Bettina, Marion, Janine, Elke, Uta, Jockel

 

Crew

Musik 
G. Ma Frey
Buch 
Hans Helling
Kamera 
Ahle Maal
Licht 
Frank Weigel
Regie 
Frank Helling


Eine Trilling Produktion
Laufzeit: 32 Minuten





... ein paar Anmerkungen zum Drehbuch

Was Ihr hier vorliegen habt, ist das eingescannte Originaldrehbuch. Ihr werdet feststellen, dass ich hier noch nicht nach den „Drehbuchschreibregeln” geschrieben habe, weil ich damals diese Regeln noch nicht kannte.
Ich wollte einfach einen Film drehen, und mir ging es bei dem Buch weniger um die Form, sondern eher darum, für mich die Handlungen und die Dialoge festzulegen. Der Rest war mir wurscht.
Wer richtig hinschaut, wird vielleicht erkennen, dass ich das Buch mit der Schreibmaschine geschrieben habe. Änderungen konnte ich also nicht einfach ändern und neu ausdrucken lassen. Ich musste sie einfach irgendwie ins Buch kritzeln oder ein paar neue Seiten handschriftlich dazuschreiben.

Davon habe ich auch reichlich Gebrauch gemacht.

Jeder, der einen Film dreht, wird plötzlich vor dem Problem stehen, dass die Szene oder die Einstellung nicht so geklappt hat, wie man es sich vorgestellt hat. Gerade wenn man mit Freunden dreht, kann es vorkommen, dass der eine oder der andere entweder wesentlich schlechter spielt, als man glaubte, oder keine Lust mehr hat oder an dem Tag, an dem er gebraucht wird, keine Zeit hat, aus welchen Gründen auch immer… Oder der Wagen kackt ab, oder eine Requisite geht verloren, oder die Zeit wird knapp und man hat nur noch ein paar Minuten, um die Szene fertig zu kriegen.

Es gibt 1000 Gründe, warum man ein Drehbuch vor Ort spontan ändern muss und dann vor dem Problem steht, die nachfolgenden Szenen irgendwie anzupassen, damit sie wieder einigermaßen in die Handlungslogik passen.

Diese handschriftlichen Änderungen findet ihr bei vielen Szenen, meist hektisch geschrieben, im Stehen. Zwischen zwei Szenen, während der „Kameramann“ feststellte, dass man nur noch 5 Minuten auf dem Band hat und kein zweites im Koffer ist (wo es sonst immer lag). Regen setzte ein und das Licht fiel aus….

Aber ihr könnt auch sehen, wie die Szene geplant war und wie wir sie nachher umgesetzt haben.

Es fängt schon mit der 1. Szene an. Sie sollte eigentlich auf freiem Feld spielen, auf einer langen Straße. Zwei Autos, die aufeinander zurasen.
Da ich wie verrückt eine Location gesucht hatte, aber nie eine fand, bei der die Möglichkeit bestand, eine Totale mit beiden Autos zu zeigen, beschloss ich, die Szene völlig zu streichen und etwas ganz anderes zu drehen.
Als wir dann ganz kurzfristig diese neue Location fanden, arbeitete ich hier nur aus dem Bauch, ohne Drehbuch und ohne vorher überhaupt eine Ahnung davon zu haben, wie ich den ganzen Kram nachher zusammencutte.
Das Ergebnis seht ihr in den ersten zwei Minuten des Films.

Längen im Film und Szenen, die eigentlich richtig Scheiße waren, konnte ich durch einen neuen Schnitt ebenfalls ausmerzen. Einige Szenen habe ich beim neuen Schnitt vertauscht.

Beides könnt Ihr an den Seitenzahlen (die vertauscht sind) erkennen.